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Malteser in der Diözese Essen - Soziales Engagement im Ehrenamt

Notunterkunft geschlossen

Dankbar und wehmütig Malteser schließen Flüchtlingsunterkunft in Herne

13.12.2016

Herne. Mit rund 80 Gästen und Mitarbeitern schlossen die Malteser am 09.12. ihre Unterkunft für Flüchtlinge an der Dorstener Straße 360. Bei der Abschlussveranstaltung mit geistlichem Impuls wurde deutlich, welche Spuren die Einrichtung bei den Maltesern, aber auch den zahlreichen Haupt- und Ehrenamtlichen hinterlassen hat, viel Dankbarkeit und noch mehr Wehmut.

Die letzten Bewohner haben die Malteser Notunterkunft bereits am 28.10. verlassen. In den vergangenen Wochen wurde das gesamte Material der Küche, Sanitätsstation, sowie Sozial- und Wohnbereichen aus den insgesamt 42 Wohnzelten und Containern der Unterkunft abgebaut. Viele der brauchbaren Materialen wurden in andere Flüchtlingshilfeeinrichtungen der Malteser gebracht oder dem Projekt „Malteser Migranten Medizin“ zugeteilt. „Ein Teil unseres Materials konnten wir einem Hilfsgütertransport nach Rumänien mitgeben, der sich auf den Weg an die moldawische Grenze machte, um den Bedürftigen vor Ort zu helfen. “ freut sich Florian Klein, Einrichtungsleiter der Malteser Notunterkunft in Herne.
Am 15.12.  wird die Einrichtung wieder an die Bezirksregierung Arnsberg zurückgegeben, die für das Gelände und die bestehenden Bauten verantwortlich ist. „Nur noch die leeren Zelte werden dann noch an die vergangenen zwölf Monate erinnern, in denen hier so manche Träne geflossen ist, in denen sich viele Wünsche erfüllt haben, aber auch Hoffnungen zerschlagen wurden“, sagte Klein. Für die Malteser bleibe die Freude, mit ihrer Notunterkunft die Not und Sorge der Flüchtlinge etwas erträglicher gemacht zu haben.
Den Mitarbeitern dankte Malteser Diözesangeschäftsführer Thomas Hanschen ausdrücklich für ihren Einsatz, deren „Geduld und Verständnis“, mit denen sie die Flüchtlinge umsorgten und die Einrichtung mit ihrer Herzenswärme gefüllt haben. Jedem Mitarbeiter wurde im Rahmen der feierlichen Stunde eine Flüchtlingshilfe Medaille des Souveränen Malteser Ritterordens als Zeichen der Dankbarkeit und Anerkennung verliehen.
Die Malteser Notunterkunft an der Dorstener Straße in Herne bestand 12 Monate. Im November 2015 erteilte die Bezirksregierung Arnsberg den Maltesern den Auftrag, auf dem Gelände in Crange innerhalb von 6 Wochen eine Notunterkunft für bis 1000 Flüchtlinge aufzubauen. Mit der massiven Unterstützung der vielen Ehrenamtlichen ist dies auch gelungen. In der Silvesternacht erreichten die ersten 291 Flüchtlinge die Notunterkunft. Insgesamt 1804 Männer, Frauen und Kinder haben in den vergangenen zwölf Monaten auf dem Gelände gewohnt. Die Altersspanne der Geflüchteten reichte vom Säuglingsalter bis zu 75 Jahren, überwiegend jedoch zwischen 15 und 30 Jahren alt.
Etwa 80 Mitarbeiter aus den Tätigkeitsfeldern Kinderbetreuung, Sozialbetreuung, Gesundheitsstation, Haustechnik, Verwaltung und Einrichtungsleitung kümmerten sich seitens der Malteser um die Bewohner. Hinzu kamen weitere 80 Mitarbeiter aus den Bereichen Sicherheitsdienst, Reinigung und Küche und bis zu 70 Ehrenamtliche, welche die Mitarbeiter vor allem im Rahmen der Freizeitgestaltung, Deutschkurse und Integrationsarbeit massiv unterstützt haben. „Wir haben in unserer Einrichtung ein überdurchschnittliches Angebot an Betreuung und integrativen Maßnahmen für die Bewohner geschaffen, welches uns ohne den unermüdlichen und herzlichen Einsatz der vielen Ehrenamtlichen so nicht gelungen wäre“, betont Florian Klein. Frauencafe, Kleiderausgabe, Kinderbetreuung und Schulunterricht sind nur ein paar Projekte, die durch ehrenamtliche Helfer mitgetragen wurden.
Auch nach der Schließung der Unterkunft engagieren sich die Malteser in der Flüchtlingshilfe. Sie wollen mit ehrenamtlichen „Integrationslotsen“ Flüchtlingen im Alltag helfen, ihren Weg in Deutschland zu finden. Wo Fragen rund um das Lernen der deutschen Sprache, die Ausbildung in Schule und Beruf, aber auch der Wunsch nach Engagement in Sportvereinen, in der Musik- oder Theaterszene sowie vielen Fragen des Alltags bestehen, sollen die Lotsen Ratgeber sein. Interessierte können sich beim Koordinator der Malteser, Nina Ermlich, melden: nina.ermlich(at)malteser(dot)org, 0203/8099033.

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